Messerangreiferin von Hamburger Hauptbahnhof soll dauerhaft in Psychiatrie
Die Messerangreiferin vom Hamburger Hauptbahnhof wird dauerhaft in der Psychiatrie untergebracht. Acht Monate nach der Attacke mit 15 teils lebensgefährlich Verletzten kam das Landgericht der Hansestadt am Montag zu dem Schluss, dass die Frau die Tat beging - aber dabei schuldunfähig war. Bei der zur Tatzeit 39-Jährigen wurde eine paranoide Schizophrenie diagnostiziert, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte.
Das Gericht stellte fest, dass die Beschuldigte am 23. Mai an einem Bahnsteig ohne Vorwarnung mit einem Messer auf wartende Reisende eingestochen hatte. Das Messer habe sie zuvor in einer Drogerie gestohlen. Zeugen konnten sie stoppen, aber 15 Menschen wurden teils erheblich verletzt. Vier davon schwebten zwischenzeitlich in Lebensgefahr.
Die Täterin litt allerdings unter Realitätsverkennung, wie die Sprecherin ausführte. Sie habe die Reisenden krankheitsbedingt fälschlich als bedrohlich eingeschätzt und vorgehabt, sie zu töten.
Sowohl die Frau selbst als auch die Staatsanwaltschaft akzeptierten das Urteil und wollen den Angaben nach nicht weiter dagegen vorgehen. Die Staatsanwaltschaft hatte von Anfang an ein sogenanntes Sicherungsverfahren beantragt, das im November unter Ausschluss der Öffentlichkeit begann. Das Gericht ließ sich bei dem Prozess sachverständig beraten.
Die Frau war nach Angaben der Gerichtssprecherin seit Oktober 2024 obdachlos. Sie wurde bereits kurz nach dem Vorfall als psychisch krank eingestuft und vorläufig in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht - dies soll nun dauerhaft geschehen.
F.Schneider--VZ