Unter Vermittlung der USA: Ukrainer und Russen treffen sich zu Gesprächen in Abu Dhabi
Vertreter der Ukraine, der USA und Russlands treffen sich am Freitag zu Gesprächen über die Beendigung des Ukraine-Kriegs in Abu Dhabi. In der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate seien Beratungen einer "trilateralen Arbeitsgruppe" über "Sicherheitsfragen" geplant, sagte der russische Präsidentenberater Juri Uschakow. Die Zusammenkunft folgt auf Gespräche zwischen Kreml-Chef Wladimir Putin und dem US-Gesandten Steve Witkoff in Moskau sowie ein Treffen des ukrainischen Staatschefs Wolodymyr Selenskyj mit US-Präsident Donald Trump in Davos.
Für die USA nimmt unter anderem Witkoff an den Gesprächen teil. Die russische Delegation wird vom Leiter des russischen Militärgeheimdiensts GRU, Igor Kostjukow, angeführt. Die Ukraine entsendet nach Angaben Selenskyjs ihren Chefunterhändler Rustem Umerow und Generalstabschef Andrij Gnatow.
Uschakow zufolge sind in Abu Dhabi außerdem Beratungen über wirtschaftlichen Fragen zwischen Witkoff und dem Kreml-Gesandte für internationale Wirtschaftsfragen, Kirill Dmitriew, geplant.
Details zu den Treffen in Abu Dhabi waren zunächst nicht bekannt. Unklar war etwa, ob die russischen und ukrainischen Vertreter direkt miteinander verhandeln. Selenskyj zufolge sollen die Gespräche zwei Tage andauern.
Uschakow sagte, das Treffen zwischen Putin und Witkoff in Moskau am Donnerstag sei "in jeder Hinsicht nützlich" gewesen. Washington habe "viel getan, um dieses Treffen vorzubereiten". Er betonte, der Kreml sei "aufrichtig an einer Beilegung des Konflikts mit politischen und diplomatischen Mitteln interessiert". Zugleich unterstrich Uschakow, "ohne eine Regelung der territorialen Frage ist nicht mit einer langfristigen Lösung zu rechnen." Bis zu einer Beilegung des Konflikts werde Russland "weiterhin seine Ziele auf dem Schlachtfeld erreichen".
Putin hatte am Donnertag Witkoff sowie den US-Gesandten Jared Kushner und den Berater des Weißen Hauses, Josh Gruenbaum, für Ukraine-Gespräche in Moskau empfangen. Ein vom Kreml veröffentlichtes Video zeigte Putin beim Händeschütteln mit den US-Vertretern. Vor dem Treffen hatte Witkoff erklärt, er gehe nur noch "von einem einzigen Problem" zwischen beiden Seiten aus. Welches Problem dies sei, führte er jedoch nicht aus.
Die Bemühungen um eine diplomatische Beilegung des Konflikts zwischen Moskau und Kiew haben in den vergangenen Monaten Fahrt aufgenommen. Russland, das rund 20 Prozent der Ukraine besetzt hält, dringt auf die vollständige Kontrolle über die östliche Donbass-Region. Kiew hat jedoch davor gewarnt, dass das Abtreten von Gebieten Moskau ermutigen würde. Die Ukraine will kein Friedensabkommen unterzeichnen, das Russland nicht von einem erneuten Angriff abhält.
Wenige Stunden vor den Gesprächen in Moskau hatte der Selenskyj nach einem Treffen mit Trump in Davos eine Einigung mit Washington über Sicherheitsgarantien für die Ukraine bekannt gegeben. Hinsichtlich einer vollständigen Einigung erklärte er, die mit den USA ausgearbeiteten Dokumente seien "fast, fast fertig".
Zuvor hatte Selenskyj in seiner Rede beim dem Weltwirtschaftsforum in Davos gesagt, dass sein Land bei einem möglichen Waffenstillstand mit Russland Sicherheitsgarantien nicht nur von den Europäern benötige. Großbritannien und Frankreich seien bereit, Bodentruppen zu schicken. Aber "ohne die USA funktionieren keine Sicherheitsgarantien", betonte Selenskyj.
Direkte Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine hatten bereits im Jahr 2022 stattgefunden. 2025 trafen sich beide Seiten mehrfach in Istanbul. Diese Gespräche führten jedoch lediglich zu Austauschaktionen von Gefangenen und den sterblichen Überresten von Soldaten.
V.Zimmermann--VZ