Wolfsburger Absturz hält an - Zukunft von Bauer offen
Der VfL Wolfsburg rutscht nach einer indiskutablen Leistung immer tiefer in die Krise: Die über weite Strecken überforderte Mannschaft von Trainer Daniel Bauer verlor beim Champions-League-Aspiranten VfB Stuttgart verdient mit 4:0 (3:0) und stürzte in der Fußball-Bundesliga auf einen Abstiegsplatz ab. Zwar hatte VfL-Aufsichtsratschef Sebastian Rudolph dem angeschlagenen Bauer trotz der brisanten Lage vor der Partie noch den Rücken gestärkt - doch nach dem siebten sieglosen Spiel in Serie dürften sich die Diskussionen um die Zukunft des 43-Jährigen verschärfen.
Deniz Undav brachte den VfB drei Tage nach dem Achtelfinal-Einzug in der Europa League mit seinem 14. Saisontor in Führung (20.). Jamie Leweling legte gegen hilflos wirkende Wölfe zweimal nach (30. und 42.), Nikolas Nartey (90.+5) besorgte den Endstand. Stuttgart sicherte sich im 100. Bundesligaspiel von Trainer Sebastian Hoeneß für den VfB damit einen eminent wichtigen Sieg im engen Kampf um die Königsklassen-Plätze. Wie es in Wolfsburg in der schlechtesten Saison der Vereinsgeschichte seit dem Aufstieg 1997 weitergeht, ist dagegen offen.
Dabei hatte Bauer erst im November das Amt von Paul Simonis übernommen. In bisher 14 Spielen unter seiner Regie gab es jedoch acht Niederlagen. Es sei "normal, dass es Diskussionen gibt", hatte Rudolph vor Anpfiff bei DAZN gesagt, aber Bauer genieße "hundertprozentige Rückendeckung". Ob das nun immer noch der Fall ist? Klar ist: Der Druck vor dem Nordduell beim Hamburger SV am Samstag (15.30 Uhr/Sky) steigt beim VfL noch mehr.
Dabei war Bauer vor dem Spiel überzeugt, dass seine Mannschaft in der Lage sei, dem VfB "Paroli zu bieten". Verzichten musste er auf Patrick Wimmer, Kapitän Maximilian Arnold, Pavao Pervan und Kevin Paredes. Hoeneß baute sein Team nach dem 0:1 gegen Celtic Glasgow auf fünf Positionen um. Auf die Lage beim VfL wollte er nicht eingehen. "Wir müssen unser Ding durchziehen", forderte er.
Dies tat sein Team dann auch sofort. Der VfB übernahm schnell die Kontrolle und hatte durch Atakan Karazor (2.), Ermedin Demirovic (6.) und Chris Führich (14.) früh gute Chancen. Als sich Wolfsburg etwas gesammelt hatte, war es dann Undav nach Vorarbeit des auffälligen Führich, der aus dem Gewühl heraus traf.
Danach hatte der VfB vor der Pause leichtes Spiel. Vor allem Führich als erneuter Vorbereiter und Leweling nutzten die Schwächen der Gäste gnadenlos aus. Nach dem Wechsel nahm der VfB etwas Tempo raus, Wolfsburg kam so zu vereinzelten Schusschancen. Dennoch blieb Stuttgart am Drücker und erhöhte weiter.
O.Bauer--VZ