Tomas sticht: Wildes Remis zwischen Hoffenheim und Stuttgart
Sechs Tore, ein Platzverweis: In einem wilden Spiel haben sich die TSG Hoffenheim und der VfB Stuttgart im Kampf um den Einzug in die Champions League gegenseitig die Zähler abgenommen. Die Kraichgauer und die Schwaben trennten sich 3:3 (2:1) im richtungweisenden baden-württembergischen Duell am drittletzten Spieltag der Fußball-Bundesliga. Damit bleiben beide Teams punktgleich.
Chris Führich (20.), Ermedin Demirovic (64.) und der kurz vorher eingewechselte Tiago Tomas (90.+5) trafen für die Stuttgarter in ihrem 2000. Bundesliga-Spiel. Die Hoffenheimer, für die Kramaric (7. und 49.) sowie Bazoumana Touré (24.) trafen, verpassten einen Heimsieg im Rennen um die Teilnahme an der millionenschweren Königsklasse. Kurz vor dem Anpfiff verkündeten die Kraichgauer die Vertragsverlängerung mit ihrem Rekordtorschützen Kramaric. VfB-Kapitän Atakan Karazor sah wegen eines groben Foulspiels die Rote Karte (69.).
"Die Bedeutung ist klar. Wir freuen uns auf den Schlagabtausch. Wir haben die Chance auf eine sehr gute Ausgangsposition", sagte VfB-Trainer Sebastian Hoeneß kurz vor der Begegnung mit seinem Ex-Klub bei Sky: "Unser Ziel ist es, unter den Top vier zu bleiben. Dafür müssen wir eine sehr gute Leistung zeigen."
Schon vor dem Spiel hatten beide Lokalrivalen ihr internationales Ticket gelöst. Der Pokalsieger und erneute Pokalfinalist aus Stuttgart hat genau wie die TSG die Teilnahme an der Europa League bereits sicher.
Vor 30.150 Zuschauern in der ausverkauften Arena ging es sofort mit hoher Intensität zur Sache. Kramaric nutzte die erste Chance zur Führung. Die Gäste zeigten sich nicht geschockt und drängten auf den Ausgleich. Beim Treffer von Führich sah Nationaltorwart Oliver Baumann schlecht aus.
Auch danach hielten beide Mannschaften das Tempo hoch. Nur vier Minuten nach dem Führich-Tor waren die Gastgeber, die ohne die gesperrten Grischa Prömel und Robin Hranac auskommen mussten, wieder vorne. Touré traf von der Strafraumgrenze.
Im Anschluss waren die Hoffenheimer das bessere Team. Die Kraichgauer überzeugten mit Dynamik und Spielwitz. Von den Stuttgartern kam in dieser Phase zu wenig, Hoeneß war an der Seitenlinie sichtlich unzufrieden.
Gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs schraubte Kramaric das Ergebnis nach Vorarbeit von Touré in die Höhe. In den Minuten rund um das Tor gab es auf beiden Seiten gute Möglichkeiten. Die beste vergab der Hoffenheimer Fisnik Asllani, der den Pfosten traf (54.).
Sieben Minuten später scheiterte Vladimir Coufal an VfB-Keeper Alexander Nübel. Besser machte es der eingewechselte Demirovic, der das Spiel mit seinem Kontertor wieder spannend machte. Kurz darauf musste Karazor nach einem Foul an Asllani runter.
Im Anschluss an den fälligen Freistoß traf TSG-Verteidiger Albian Hajdari den Pfosten (72.). Tim Lemperle und Wouter Burger vergaben in der 75. Minute eine Hoffenheimer Doppelchance. Dann stach Tomas.
T.Lorenz--VZ