Carro über FIFA-Präsidentschaft: "Führen Kampf gegen Infantino"
Bayer Leverkusens Geschäftsführer Fernando Carro hat sich mit deutlichen Worten in der Debatte um Gianni Infantino gegen den umstrittenen FIFA-Präsidenten geäußert. "Wir führen jetzt einen Kampf gegen Infantino - und den müssen wir gewinnen", betonte der 62-Jährige in der Sport Bild.
Der Fußball-Weltverband brauche diese Veränderung, "eine verlässliche Führung, die nötige Transparenz und dazu eine echte Wahl im März", führte Carro weiter aus: "Ein 'Weiter so' mit Infantino sehe ich nicht, das wäre das schlechteste Ergebnis."
Einen Gegenkandidaten zu finden, werde "eine Herausforderung", räumte Carro ein. Eine Person aus dem Kreise der UEFA sieht er dabei nicht in der Pole Position. "Wir Europäer werden in Teilen der Welt ohnehin als etwas arrogant wahrgenommen, weil man uns nachsagt, uns als Nabel der Fußball-Welt zu verstehen", erklärte Carro: "Wer eine Veränderung an der Spitze der FIFA erreichen will, braucht deshalb einen Kandidaten, der auch außerhalb von Europa überzeugt und Mehrheiten gewinnen kann."
CONCACAF-Präsident Victor Montagliani bezeichnete Carro dabei auf Nachfrage als einen "der naheliegenden Kandidaten". Der Kanadier sei "anerkannt in seiner jetzigen Funktion, kennt die FIFA gut, kommt nicht aus Europa und könnte deshalb auch über die CONCACAF hinaus Unterstützer gewinnen", erklärte Carro, der auch Vorstandsmitglied des europäischen Klub-Verbandes (ECA) ist.
Die UEFA fordert den Rückzug Infantinos und bereitet eine Strafanzeige in der Schweiz gegen ihn vor. Hintergrund ist die Rolle des FIFA-Chefs beim inzwischen verworfenen Plan, Anteile an Turnieren des Weltverbandes an private Investoren auch aus dem Umfeld von US-Präsident Donald Trump zu verkaufen. Ziel der UEFA ist es, den Schweizer vor der Präsidentschaftswahl beim Kongress im März 2027 zum Aufgeben zu zwingen.
"Wenn es im Zusammenhang mit den aktuellen Vorgängen belastbare Hinweise auf ein Fehlverhalten gibt, müssen diese unabhängig und konsequent aufgeklärt werden", sagte Carro: "Man sollte nur nicht den Fehler machen, eine politische Strategie allein auf dieses Szenario hin auszurichten."
Th.Baumann--VZ