Kanada gibt grünes Licht für Ausbau von Gas-Pipeline für mehr Exporte nach Asien
Die kanadische Regierung hat den Ausbau einer Erdgas-Pipeline an der Westküste für mehr Exporte nach Asien gebilligt. Der Ausbau der Pipeline mit mehreren Milliarden Dollar sei Teil von Kanadas "Strategie der Handelsdiversifizierung", erklärte das Ministerium für natürliche Ressourcen am Freitag in Ottawa. Laut Premierminister Mark Carney könnten mehr Exporte von Erdöl und Erdgas nach Asien der "Energie-Supermacht" Kanada dabei helfen, die sich verschlechternden Handelsbeziehungen zum Nachbarland USA auszugleichen.
Die Pipeline könnte jedoch auch den Verkauf von Flüssiggas (LNG) an die USA erleichtern und damit Kanadas Position bei den bevorstehenden Verhandlungen mit der Regierung von US-Präsident Donald Trump über ein neues Nordamerikanisches Handelsabkommen verbessern.
Die Pipeline in der Provinz British Columbia, die dem kanadischen Energieriesen Enbridge gehört, soll ab dem Sommer für vier Milliarden kanadische Dollar (2,5 Milliarden Euro) ausgebaut werden. Die Arbeiten sollen bis Ende 2028 abgeschlossen sei. Für den internationalen LNG-Markt, der durch den gegenwärtigen Krieg der USA und Israels gegen den Iran stark unter Druck geraten ist, bedeutet das Projekt somit keine baldige Entlastung.
Nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) sind allerdings längerfristige Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die LNG-Versorgung zu befürchten. Kanada könnte damit punkten, dass seine Lieferungen fossiler Energieträger nach Asien nicht die Konfliktregion passieren müssen.
T.Meier--VZ