Behörden nach möglichen Drohnenvorfällen an Leipziger Flughafen alarmiert
Zwei mögliche Drohnenvorfälle am Flughafen Leipzig/Halle haben die Behörden in Alarmbereitschaft versetzt. Nachdem in der Nacht zum Mittwoch zunächst eine Drohne auf dem Flughafen selbst gefunden wurde, gab es danach offenbar einen Zusammenstoß einer Frachtmaschine mit einem unbekannten Flugobjekt in der Luft nahe dem Airport.
Laut "Bild"-Zeitung wurde die erste Drohne kurz vor Mitternacht auf dem Vorfeld des Flughafens in der Nähe von vier ukrainischen Maschinen gefunden. An ihr war dem Bericht zufolge eine unbekannte Masse angebracht, die als sprengfähiges Material identifiziert wurde. Bei Röntgenaufnahmen wurde der Zeitung zufolge ein Zünder gefunden, der aber defekt war. Zu einer Explosion kam es nicht.
Laut "Bild" wurde das Sprengstoffpaket in einem Spezialbehälter verpackt, um es später auf mögliche Spuren zu untersuchen. Die Polizei bestätigte die Informationen zunächst nicht. Sie teilte lediglich mit, dass der Flugverkehr wegen eines Flugobjekts zwischenzeitlich eingestellt wurde und mehrere Maschinen deshalb umgeleitet werden mussten.
Eine dieser Maschinen stieß nahe dem Flughafen mit einem weiteren Flugobjekt zusammen. Das betreffende Flugzeug habe wegen des Drohnenfunds nicht in Leipzig landen können und sei durchgestartet, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums in Berlin vor Journalisten. Dann sei es "anscheinend mit etwas kollidiert" und habe anschließend in Hannover landen können.
Laut "Bild"-Zeitung handelte es sich um eine DHL-Frachtmaschine. Sie sei durch den Zusammenstoß im Frontbereich beschädigt worden. Die Polizei in Niedersachsen stufe den Vorfall als Staatsschutzdelikt ein und schließe Sabotage nicht aus, schrieb die Zeitung.
Der Flugverkehr in Leipzig/Halle wurde laut Polizei um 01.55 Uhr wieder aufgenommen und lief seitdem vollständig über die Nordpiste des Flughafens. An der Südpiste wurde zunächst noch nach Spuren gesucht.
Aus Sicht der Gewerkschaft der Polizei (GdP) zeigten die Vorfälle am Leipziger Flughafen, dass die Bundespolizei gut ausgestattet sei. "Die hochmoderne Ausrüstung zahlt sich aus, die Alarmsysteme haben gut funktioniert", sagte der GdP-Chef für die Bundespolizei, Andreas Roßkopf, der "Rheinischen Post".
"Die Bundespolizei ist an den deutschen Flughäfen mittlerweile gut dafür ausgestattet, um die Flugbewegungen von Drohnen zu beobachten und Gegenmaßnahmen einzuleiten", fügte er hinzu. Vollständig zu verhindern seien Attacken durch Drohnen aber nicht.
P.Schulz--VZ