Leitende Informatikerin für Apollo-Programm der Nasa: Margaret Hamilton mit 90 Jahren gestorben
Sie war entscheidend am Apollo-Mondprogramm der Nasa beteiligt und galt als eine Pionierin der Informatik: Nun ist die US-Wissenschaftlerin Margaret Hamilton im Alter von 90 Jahren gestorben. Sie starb bereits am 30. September, wie das Massachusetts Institute of Technology (MIT), an dem sie lange forschte, am Mittwoch mitteilte. Der Chef des US-Raumfahrtbehörde Nasa, Jared Isaacmen, bezeichnete Hamilton im Onlinedienst X als "eine Pionierin, deren Arbeit dazu beitrug, Apollo und die ersten Reisen der Menschheit zum Mond zu ermöglichen".
Hamilton war nach ihrem Mathematikstudium 1959 nach Boston im US-Bundesstaat Massachusetts gezogen und arbeitete seit 1965 am MIT daran, die Computerprogramme für die geplanten Mondlandungen zu entwickeln. 1968 übernahm sie die Leitung des Forschungsteams, das für die Bordsoftware der Apollo-Missionen zuständig war. Die erste bemannte Mondlandung gelang den USA 1969 mit der Mission Apollo 11.
Der Leiter des Fachbereichs für Luft- und Raumfahrttechnik am MIT, Olivier de Weck, würdigte Hamiltons Verdienste. "Zu sagen, Margaret Hamilton sei eine Pionierin gewesen - zu sagen, sie sei ihrer Zeit voraus gewesen -, wäre eine dramatische Untertreibung", erklärte er. "Sie war Softwareentwicklerin zu einer Zeit, als dieses Fachgebiet noch in den Kinderschuhen steckte, und sie entwickelte nicht nur selbst fortschrittlichen Code, sondern leitete auch ein Team, das diese noch junge Technologie nutzte, um eines der komplexesten Systeme zu entwickeln, das die Menschheit je geschaffen hatte", fügte Weck hinzu.
"Es gab keine zweite Chance. Das wussten wir", sagte Hamilton 2009 über ihre damalige Arbeit. "Rückblickend waren wir die glücklichsten Menschen der Welt; wir hatten keine andere Wahl, als Pioniere zu sein."
Hamilton veröffentlichte mehr als 130 wissenschaftliche Fachartikel und gründete nach ihrer Zeit am MIT ein eigenes Softwareunternehmen. 2016 wurde sie vom damaligen Präsidenten Barack Obama mit der US-Präsidentenmedaille der Freiheit (Presidential Medal of Freedom) ausgezeichnet.
O.Bauer--VZ