Spanische Staatsanwaltschaft für Ermittlungen gegen Julio Iglesias
Im Januar hatte es die spanische Staatsanwaltschaft abgelehnt, Ermittlungen gegen Schlagerstar Julio Iglesias wegen Vorwürfen der sexuellen Gewalt zu führen - nun hat sie doch noch diese Möglichkeit eröffnet: In am Donnerstag von der Nachrichtenagentur AFP eingesehenen Unterlagen kam die Staatsanwaltschaft zu dem Schluss, ein spanisches Gericht könne in dem Fall zuständig sein.
Das für die Verfolgung komplexer Fälle zuständige Gericht Audiencia Nacional in Madrid muss nun darüber entscheiden, ob es Ermittlungen aufnimmt. Eine frühere Hausangestellte und eine Physiotherapeutin werfen Iglesias sexuelle Übergriffe und Zwangsarbeit vor. Der 83-Jährige weist die Vorwürfe zurück.
Da die vorgeworfenen Taten sich in Iglesias' Anwesen in der Dominikanischen Republik und auf den Bahamas abgespielt haben sollen und weder die Klägerinnen noch der Beklagte in Spanien lebten, hatte die Staatsanwaltschaft im Januar erklärt, die spanischen Behörden seien nicht für eine Strafverfolgung in dem Fall zuständig. Eine im September von den beiden Frauen eingereichte zweite Klage führte nun nach Justizangaben zu der entgegengesetzten Einschätzung.
Iglesias ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten Sänger der Welt. In seiner Karriere veröffentlichte er 80 Alben und verkaufte mehr als 300 Millionen Tonträger. Der für seine romantischen Balladen bekannte Spanier pflegte ein Image als "Latin Lover" und arbeitete mit US-Stars wie Diana Ross und Stevie Wonder zusammen.
T.Ludwig--VZ