Dänischer Tierschutzminister will sich für Verbot von "Turbo-Hähnchen" einsetzen
Der dänische Tierschutzminister Christian Rabjerg Madsen will ein Verbot der Aufzucht schnellwachsender "Turbo-Hähnchen" vorantreiben. "Ich will auf ein nationales Verbot hinarbeiten, aber es ist klar, dass das etwas ist, dass sowohl aus rechtlicher als auch aus wirtschaftlicher Sicht geprüft werden muss, bevor wir weitermachen können", sagte Madsen dem Fernsehsender TV2. "Wir werden auch auf ein Verbot auf EU-Ebene hinarbeiten."
Bei einer der gängigen Masthuhn-Rassen dauert es nur fünf Wochen, bis ein Küken sein volles Gewicht erreicht hat. Bei gängigen Hühnerrassen, die auf Weiden frei herumlaufen, dauert es zwölf Wochen.
Bislang besteht in Dänemark kein Verbot. Auch in Norwegen gibt es derzeit keine solche Beschränkung - aber unter dem Druck des Einzelhandels haben sich die Geflügelzüchter des Landes verpflichtet, die Zucht von besonders schnellwachsenden Hühnern bis Ende 2027 auslaufen zu lassen.
Am Dienstag hatte der Sender TV2 mit einer versteckten Kamera gefilmte Aufnahmen von einem der größten Hähnchenproduzenten Dänemarks ausgestrahlt. Daraus ging hervor, dass die Tiere nur drei Stunden Dunkelheit pro Tag bekamen - die Vorschriften sehen aber mindestens sechs Stunden vor. Weniger Stunden Dunkelheit bedeutet, dass die Tiere mehr essen und so schneller ein höheres Schlachtgewicht erreichen.
"Die Bilder, die wir sehen, entsprechen nicht dem Tierschutzniveau, das ich sehen möchte", sagte Madsen. Nur eine von drei Inspektionen in dem Land führe zu einer Sanktion, fuhr er fort. Das bedeute, dass "wir generelle Probleme haben, wenn es um den Tierschutz geht".
Tierschutz war eines der wesentlichen Themen in den Wahlkampfdiskussionen vor den dänischen Parlamentswahlen im März. Das Land ist für seine umfangreiche Schweinezucht und den Export von Schweinefleisch bekannt.
F.Schneider--VZ